Komfort und technische Perfektion: die Stühle und Sessel von Charles Eames

In rund 40 Jahre kreativer Zusammenarbeit schufen die Designer Charles und Ray Eames eine beeindruckende Anzahl von Stühlen und Sesseln. Viele Prototypen ihrer Arbeiten entstanden ab 1940 aus Holz, dann Draht, Stahlrohr, Synthetik- und Aluminiumguss. Und der Nachlass des Designerpaares (in der Sammlung des Vitra Design Museums) belegt den Prozess der Formentwicklung. vom zur seriellen Produktion gab es viele Schritte. Charles Eames, der ausgebildete Architekt, optimierte ständig die Details für die industrielle Fertigung. Der visuelle Vergleich der Entwicklungsmodelle mit den verkaufsfertigen Produkten macht einerseits die ständige Vereinfachung von technischen Lösungen, aber auch die Entwicklung einer Form für den steigenden Komfort der Nutzung (des Komforts für den Menschen)augenfällig. Und die industrielle Produktion konnte parallel dazu einfacher weil linearer, materialgerechter und schöner werden.

Beginn in den 1940er Jahren

1940 gewann Charles Eames mit dem Architektenkollegen Eero Saarinen den ersten Preis beim Wettbewerb „Organic Design in Home Furnishings“ des Museum of Modern Art in New York (MoMA) für ihren gemeinsamen Beitrag „Organic Chair“ (auch bekannt als „Conversation Chair“). Daraus entwickelten sich die Design Stühle der „Plastic Chairs“ und der „Plastic Side Chairs“ (1961, erste Prototypen ab 1940). 1950 folgten Stühle mit Fiberglas-Sitzschalen. Der Fiberglas-Stuhl wurde in zahlreichen Varianten mit und ohne Armlehnen produziert. Dazu folgten im Laufe der 1950er Jahre kamen verschiedene Untergestelle. Es entstand die „Rod Base“, ein Vierbein-Gestell mit Drahtverstrebungen. Dann die „Wooden Base“, ein Holzgestell. Ferner die „ X-Base“, ein Gestell aus Stahlrohren mit vier Beinen. Sowie die „Cast Base“, ein Fünfsterngestell aus Aluminiumdruckguss mit Rollen. 1955 erweitere Eames dieses Stuhlprogramm um ein stapelbares Untergestell. Bis heute werden 6 Varianten des „Plastic Chairs“ und 5 des „Plastic Side Chairs“ produziert.

Die klassischen 1950er und 1960er Jahre

Aus den „Plastic Chairs“ entwickelte Eames die „Wire Chairs“. Die Varianten der Untergestelle wurden dabei übernommen. Neu war eine Sitzschale aus geflochtenem Draht. Den „Wire Chair“ gibt es in 5 Varianten. Mitte der 1950er Jahre begann Eames mit dem Entwurf von Design Sesseln. Der „Lounge Chair“ und der Fusshocker „Ottomane“ (beide 1956) sind mit ihren Lederpolstern auf einer Sitzschale aus Holz zu Klassikern geworden. Die seit 1957 produzierten Möbel gibt es in verschiedenen Farbvarianten. In diesen Jahren schuf Eames mit dem „Alu-Chair“ (1958, produziert ab 1959) einen weiteren Klassiker, den es als Stuhl und Sessel in insgesamt 6 Varianten gibt: Als Stuhl mit 4 Füssen und in 2 Varianten als Sessel auf 5 Füssen mit Rollen. Damit hat Charles Eames Designgeschichte geschrieben. Als Auftragsarbeit für die Lobby des Rockefeller Centers in New York entstand 1960 die Serie der „Lobby Chairs“. Den Ledersessel gibt es in 3 Varianten. Für den gleichen Auftraggeber entstanden auch die „Eames Stools“, ein von ethnographischer Kunst inspirierter Hocker. Ab 1969 kamen schliesslich die „Softpad Chairs“ auf den Markt. Den eleganten Ledersessel gibt es auch als Stuhl, Hocker oder als Liege.

Auf die gestalterischen Anfänge des bis 1988 existierenden „Eames Office“ https://www.youtube.com/watch?v=iPmqDLnz72E weisen die Holzstühle. Die ab 1946 produzierte „Plywood Group“ ging aus dem Kindermöbel des „Plywood Elephant“ von 1945 hervor. Es gibt den Design Stuhl in Holz und Leder. Die Untergestelle sind wahlweise aus Holz und Aluminiumguss.